Alt vs. Jung: verstärkt die Corona-krise Generationenkonflikte?



Die Corona-Pandemie wirkt auf verschiedensten gesellschaftlichen Ebenen wie ein Katalysator – dies ist mittlerweile allgemein bekannt. Tendenzen und Entwicklungen, aber auch Defizite kommen zutage und führen uns vor Augen, wo auf Reaktionen Aktionen folgen müssen. Dies gilt auch für das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten verschiedener Generationen. In unserem letzten Beitrag haben wir uns bereits mit Konflikten zwischen Jung und Alt am Arbeitsplatz beschäftigt – heute wollen wir die Thematik unter einem weiteren, aktuellen Blickpunkt betrachten: der Corona-Krise. Wie wirkt sich der anhaltende Pandemie-Modus auf das Miteinander der verschiedenen Generationen aus – sowohl privat als auch beruflich? Wir analysieren aktuelle Zahlen und Meinungen rund um corona-bedingte Generationenkonflikte.


Die Corona-Krise als Generationen-Krise? Die Meinungen gehen auseinander

Bild Verschiedene Generationen in einem Unternehmen „Die Corona-Krise hat einen Graben zwischen Jung und Alt aufgerissen“, sagt Rüdiger Maas, Psychologe, Generationenforscher und Gründer des Instituts für Generationenforschung in Augsburg.1 Man dürfe nicht in den Kategorien Alt und Jung denken – findet hingegen die Junge Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag rund um den CDU-Abgeordneten Mark Hauptmann.2 Ja, was denn nun? Dass sich hinsichtlich der Frage, ob die Corona-Krise den Generationenkonflikt in Deutschland verstärkt, noch kein gemeinsamer gesellschaftlicher Konsens finden lässt, könnte verschiedene Sachverhalte zur Ursache haben.

Schließlich befinden wir uns noch mitten im Pandemie-Modus, leben räumlich relativ isoliert und arbeiten im Homeoffice. Viele Berührungspunkte, sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben, erleben die verschiedenen Generationen derzeit somit nicht. Und doch lässt sich anhand aktueller Zahlen zumindest eine Tendenz erkennen, in welche Richtung das gesellschaftliche Stimmungsbarometer derzeit ausschlägt – und was es in Zukunft braucht, um Konflikte auf privater sowie beruflicher Ebene zu lösen.

Die Corona-Maßnahmen: verstecktes Konfliktpotential?

Bild Generationen im Unternehmen Mit dem von ihm gegründeten Institut für Generationenforschung führt Rüdiger Maas regelmäßig Umfragen rund um die Corona-Krise durch. Für aussagekräftige Ergebnisse befragten sein Team und er rund 2.000 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine erste Erkenntnis? Die Umfrageergebnisse zeigen, dass ältere Menschen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weniger ernst nehmen als die Jüngeren. So halten sich laut Maas´ Untersuchungen 85 % der unter 25-Jährigen an die Maskenpflicht, während nur 66 % der über 65-Jährigen bereit sind, die Maske in der Öffentlichkeit zu tragen.

Ein Knackpunkt im Zusammenleben der Generationen? Rüdiger Maas erklärt in einem Interview auf der Website seines Instituts: „Je mehr älteren Menschen ihnen begegnet sind, die sich nicht an die Hygienevorschriften hielten, desto stärker kam die Frage auf: Warum mache ich das überhaupt? […]“.3 Der Experte ist sich sicher, dass vor allem der unterschiedliche Umgang mit den Pandemiemaßnahmen einen Graben zwischen den Generationen aufgerissen hätte. Auf die Frage, ob die Solidarität während der Corona-Krise zunehme, antworteten dennoch über 40 % der Befragten, die der Generation Z (1996 – 2010) angehören, mit „Ja“, während dies knapp 50 % der Teilnehmer aus der Generation X (1965 – 1979) und der Generation Y (1980 – 1995) verneinten. Ein Meinungsbild, dass durch individuelle Erfahrungen und Prägungen beeinflusst wird, wie Rüdiger Maas erklärt: „Natürlich ist jeder individuell […] Wenn jemand während des kalten Krieges aufgewachsen ist, hat das eine Auswirkung. Wenn jemand mit einem Smartphone aufwächst und damit jederzeit und überall Zugang ins Internet hat, wirkt sich das ebenso aus […]“ Er ist sich außerdem sicher: „Ganz generell gilt: jedes Verhalten wird in der Krise verstärkt.“4 Dass jede Generationen eigene Erwartungen und ein eigenes Mindset in den Lebens- und Arbeitsalltag einbringt, haben wir bereits in unserem letzten Beitrag angeführt. Doch welche Maßnahmen sind zukünftig notwendig, damit die unterschiedlichen Generationen harmonischer miteinander leben und arbeiten?


Nachhaltige Krisenbewältigung: Stichwort Generationeninklusion

Generationenexpertin Klaudia Lux weiß: „Altersgemischte Teams sind meist leistungsstärker.“5 Im Rahmen der vom Büromittellieferant Viking und dem Meinungsforschungsinstitut OnePoll durchgeführten Studie rund um den Generationenkonflikt am Arbeitsplatz, die wir bereits in unserem letzten Beitrag vorgestellt haben, ermittelten die Studienautoren, dass Generationeninklusion allerdings nicht ausschließlich eine Aufgabe von Vorgesetzten sein dürfe. So sprechen sich 41 % der Befragten für eine Teilnahme an Coaching- und Mentoring-Programmen aus, um aktiv an einer integrativen Arbeitsumgebung mitwirken zu können. Ein Ansatz, der sich auch auf das Privatleben anwenden lässt. Denn auch Generationenforscher Rüdiger Maas sieht in der Kommunikation und dem gemeinsamen Austausch den Schlüssel zum Erfolg – besonders in Zeiten des Abstands. Er fordert: „Viel mehr Kommunikation und Absprachen zwischen den Generationen […] Hier könnte man gemeinsam mit den Jüngeren Konzepte erarbeiten, die für beide Parteien am sinnvollsten sind.“6

Eine Tendenz, die auch wir als Dienstleister für Personallösungen verstärkt beobachten. Denn ganz gleich, ob wir für unsere Kunden ein Team für den Telefonservice oder den Empfangsdienst zusammenstellen – nur mit einem individuellen, integrativen Konzept und durch den offenen und direkten Austausch mit unseren Fachkräften können wir zugleich individuelle Talente und Stärken, aber auch das Gemeinschaftsgefühl in unseren Teams fördern – und unseren Geschäftspartnern somit dauerhaft die hohe Qualität unserer Dienstleistungen garantieren. „People make the difference“ - möglicherweise ist unser Slogan auch ein gutes Motto für die Bewältigung von Generationenkonflikten während, aber auch nach der Corona-Krise – schließlich sind es oftmals keine Regeln oder Vorgaben, sondern wir selbst, die für einen fairen und respektvollen Umgang miteinander sorgen können.

1https://www.generation-thinking.de/post/wie-die-generationen-die-corona-krise-wahrnehmen
2https://www.welt.de/debatte/kommentare/article223766418/Nach-der-Pandemie-Generationenkonflikt-Corona-Von-wegen.html
3https://www.generation-thinking.de/post/wie-die-generationen-die-corona-krise-wahrnehmen
4https://www.generation-thinking.de/post/wie-die-generationen-die-corona-krise-wahrnehmen
5https://blog.viking.de/studie-generationenkonflikt-am-arbeitsplatz/
6https://www.generation-thinking.de/post/wie-die-generationen-die-corona-krise-wahrnehmen


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